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Wappen der Marktgemeinde Glonn

Die Gemeinde Baiern

Wappen Baiern

Anschrift:
Kulbing Nr. 1
85625 Baiern
Telefon: 0 80 93 / 52 63

Amtstag: Donnerstag
Öffnungszeit: 13 - 18.00 Uhr
Ortsplan: Hier klicken!

Topografie

Die Gemeinde Baiern liegt im südlichsten Eck des Landkreises Ebersberg. Mischwälder, Wiesen, Äcker und Filzen prägen
die vom Inntalgletscher vorgeschobenen Moränenhügel (bis 610 Meter über dem Meeresspiegel). 12 Einöden, 11 Weiler und
10 Dörfer fügen sich auf der knapp 20 Quadratkilometer großen Gemeindeflur in die Voralpenlandschaft ein. Die größten Orte
sind Antholing, Berganger, Netterndorf und das Jugenddorf Piusheim.

Einwohnerschaft

Die 1400 Einwohner leben überwiegend von Landwirtschaft und Handwerk oder pendeln in die 40 Kilometer entfernte Landes-
hauptstadt. Das Gemeindegebiet ist mit Buslinien an das öffentliche Nahverkehrs-system Münchens angebunden. Schlagadern
des Verkehrs sind die Kreisstraße EBE 15 von Nord nach Süd und die Staatsstraße 2079 (München - Rott am Inn) in ost-west-
licher Richtung.

Verwaltung, Vereine und Schule

Da es keinen Ort mit dem Gemeindenamen "Baiern" gibt, wurde im zentral gelegenen Kulbing 1963 die Gemeindeverwaltung
eingerichtet.

Mit dem Bau der Abwasseranlage, der Ausweisung eines Gewerbegebietes, dem Kindergarten-Neubau u.v.m. hat die Gemeinde
den Grundstein für ein zukünftiges organisches Wachstum gelegt.

Seit jeher wird das Vereinsleben in der Gemeine Baiern gepflegt. So widmen sich ca. 30 Vereine und Gruppen dem kulturellen
Leben. Dessen Mittelpunkt ist das1996 erbaute Vereinsheim in Antholing.

Seit 1905 werden im Piusheim männliche Jugendliche betreut. Unter der Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge
werden im Heim differenzierte Maßnahmen der Jugendhilfe angeboten. Eine Förderstätte für psychisch kranke Erwachsene
ist angeschlossen.

Die seit 1830 bestehende Volksschule Baiern verlor 1975 ihre Selbstständigkeit und wurde in den Schulverband Glonn
eingegliedert. In dem in den Jahren 1960 und 1966 erbauten Schulhaus in Antholing sind offiziell 4 Klassen (1 bis 4) der
Volksschule Glonn "ausgelagert".

Der Baierer Umwelt-Schulgarten
Europaweit bekannt wurde die Bairer Schule ab 1987 durch den"Ländlichen Öko-Garten". Dieser war Beitrag der
Bundesrepublik Deutschland für das OECD-Projekt "Environment and School Initiatives". Noch vor der Konferenz von
Rio wurden bei der Gestaltung des Schulgartens von den Kindern, Eltern, den Vereinen und der Gemeinde die Prinzipien
der späteren Agenda 21 verwirklicht.

Das Wappen

Die von der Generaldirektion der staatlichen Archive 1970 genehmigte Wappenbeschreibung lautet: ´über von Blau und Silber
gespaltenem Dreiberg, vorne übereinander zwei rote Rosen, hinten ein goldener Birkenzweig mit zwei Blättern.' Der Dreiberg
symbolisiert die hügelige Lage der Gemeinde in der nacheiszeitlichen Moränenlandschaft; die heraldischen Rosen stammen
aus dem Wappen des Klosters Weihenstephan, das bis zur Säkularisation größter Grundbesitzer in der Gemeinde war; der
Birkenzweig verweist auf Berganger, den ältesten Ort der Gemeinde, der ursprünglich Birkenanger hieß.

Geschichte

Der Gemeindename Baiern ist vom häufig gebrauchten althochdeutschen Wort bur in der Bedeutung Haus abgeleitet.
Die Häufung des Ortsnamens Beuern, Beuren oder Baiern veranlasste im Mittelalter vornehmlich kirchliche Stellen zwecks
besserer Unterscheidung, den Kirchenpatron voran zu stellen. Der Weiler Jakobsbaiern war somit Namensgeber für die
gesamte Gemeinde.

Von den ersten Menschen zeugen Werkzeugfunde im Moorgebiet des Glonntals. Ein Steinbeil ist der Jungsteinzeit zuzuordnen,
ein Randleistenbeil der Bronzezeit. Die kriegerischen Kelten hinterließen nur den Namen für das Flüßchen Glonn, das einige
mit 'die Klare', Keltenforscher aber mit 'Tal' übersetzten. Bereits 776/778 wird eine neuerbaute Kirche in ´Perhhangaú (Berganger,
ursprünglich Birkenanger) dem Bischof Aribo von Freising geschenkt. Wohl weil das Kirchlein zu klein wurde, errichteten die
Bergangerer 1489 einen gotischen Tuffquaderbau mit Netzgewölbe. 1895 hielt die Neugotik Einzug und veränderte auch die
Turmspitze. 846 erscheint in den Freisinger Traditionen erstmals der Ort ´Puurronú. Und weil es so viele gleichnamige Orte gab,
wurde 926/37 daraus zwecks genauerer Lagebestimmung ´Hangentinpurunú (Baiern am Hang). 1294 wird erstmals von einer
Kirche berichtet, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts baufällig und 1908 abgebrochen wurde. Nur der erst 1878 neu erbaute Turm
blieb stehen und dürfte damit eine bayerische Rarität sein.

Platz für eine größere Kirche bot das nahe gelegene Antholing. Was die 500-Seelen Pfarrgemeinde ab 1908 dort schuf ist
besonders hervorzuheben: Ein weithin sichtbares Gotteshaus, das Kenner sowohl von der Architektur wie auch von der
Innenausstattung als gelungenste Neubarockkirche des Erzbistums loben.

Versteckt in den Wäldern künden eigenartige Wälle von unsicheren Zeiten. Drei Fliehburgen auf Bergspornen mit Halsgräben
und palisadengekrönten Wällen schützten im Mittelalter (hoffentlich) Menschen, Vieh und Getreide vor den beutegierigen
Reiterhorden aus dem Osten. Nach der Säkularisation konnten viele Bauern ihre Höfe aus ehemaligem kirchlichen Besitz
erwerben. Vier Bauern kauften dazu noch ihre Kirche. So blieb ein barockes Kleinod in Weiterskirchen der Nachwelt erhalten.
In Berganger ziert eine außergewöhnliche Uhr mit Schlagwerk die Fassade des Mittermaierhofes. Sie wurde 1591 von den auf
einer Wallfahrt befindlichen Herzögen Wilhelm V. und Maximilian I. zum Dank für die Gastfreundschaft gestiftet.

Die Schwedenkapelle und das Marienheiligtum Frauenbründl sind Relikte des Dreißigjährigen Krieges und wurden von den
Bergangerern zum Dank errichtet, weil sie vom Krieg und vor der Pest verschont blieben.

In einer Urkunde das Jahres 1810 werden die 33 Einöden, Weiler und Dörfer erstmals zum Steuerdistrikt 'Bayern in Altbaiern'
(Schreibweise heute genau umgekehrt) zusammen gefasst. Die Gebietsreform bescherte der Gemeinde Baiern einen Platz in
der Verwaltungsgemeinschaft Glonn. Die Bairer konnten damit zum größten Teil ihre Selbstständigkeit bewahren.

Etliche Bauernhöfe der Gemeinde werden bereits im herzoglichen Steuerbuch von 1417 erwähnt. 600 Jahre hatte sich die
Gemeinde kaum verändert. Die Nachkriegszeit brachte einen Wandel in der Landwirtschaft und damit eine Veränderung der
harmonisch strukturierten Voralpenlandschaft. Wesentlichere Auswirkungen - auch auf das soziale Gefüge der Gemeinde Baiern -
hatte jedoch die Ausweisung von Baugebieten in Antholing und Berganger. Hier entstanden nach dem Einheimischenmodell knapp
100 vom alpenländischen Stil geprägte Einfamilienhäuser.

Mit dem Bau der Abwasseranlage, der Ausweisung eines Gewerbegebietes, dem Kindergarten-Neubau u.v.m. hat die Gemeinde
den Grundstein für ein zukünftiges organisches Wachstum gelegt.

Seit jeher wird das Vereinsleben in der Gemeine Baiern gepflegt. So widmen sich ca. 30 Vereine und Gruppen dem kulturellen
Leben. Dessen Mittelpunkt ist das1996 erbaute Vereinsheim in Antholing.

Seit 1905 werden im Piusheim männliche Jugendliche betreut. Unter der Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge werden
im Heim differenzierte Maßnahmen der Jugendhilfe angeboten. Eine Förderstätte für psychisch kranke Erwachsene ist
angeschlossen.

Die seit 1830 bestehende Volksschule Baiern verlor 1975 ihre Selbstständigkeit und wurde in den Schulverband Glonn
eingegliedert. In dem in den Jahren 1960 und 1966 erbauten Schulhaus in Antholing sind offiziell 4 Klassen (1 bis 4) der
Volksschule Glonn "ausgelagert".

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